GESCHICHTE DES GUTES


Das Gut Amblegaard liegt in Kaupanger. Der Name Kaupanger schreibt sich in die Wikingerzeit zurück und ist die Bezeichnung einer kleinen Stadt oder eines Marktplatzes. Kaupanger ist auch der Name unseres Pfarrbezirkes unter der Hauptkirche in Sogndal. Die Stabkirche in Kaupanger stammt aus dem Jahre 1190. Der Name Amble (Amle, Amla) ist älter als der Name Kaupanger. Auf Alt-Norwegisch war der Name ”Anbladir”. Dies kann mit ”zwei Blätter, die sich gegenüberliegen“, übersetzt werden und ist möglicherweise ein Metapher für die beiden Landzungen (Amlaneset und Kaupangsneset), welche den Eingang zur Bucht ausmachen. Auf Amble sind mehre Funde aus der Steinzeit gemacht worden, wovon einige seltene Axttypen. Aus der jüngeren Eisenzeit haben wir eine Steintafel mit Runen, den so genannten „Amla-Stein“. Vermutlich handelt es sich um einen Grabstein. Die Innschrift ist mit „Hier ruht ein Bogenschütze“ gedeutet worden. Aus der Wikingerzeit sind insgesamt 17 Funde gemacht worden. Erwähnenswert sind zum Beispiel ein Paar sehr schöne Steigbügel aus Eisen mit Kupfer verziert oder eine im Jelling-Stil dekorierte Kupferbrosche. Das Gut war im Mittelalter in drei Gebrauchseinheiten eingeteilt, Øvrejorden („das obere Feld“), Midtjorden ( „das mittlere Feld“) und Lillejorden („das kleine Feld“). Wir können die Eigentumsverhältnisse bis etwa 1400 zurückverfolgen. Das Gebiet um die Amble-Bucht hat in gewissen Massen den besten und best zugänglichen Kiefernwald von ganz West-Norwegen. Holz ist sowohl zum Brennen von Teer als auch zum Schmieden von Eisen in größeren Umfang benutzt worden. Sicherlich wurde auch Holz zum Haus- und Bootsbau geliefert, auch wenn wir heute davon keine Spuren mehr sehen. Nachdem die Wassesäge etwa Mitte 1500 nach Norwegen eingeführt wurde, entstand ein Kampf um die Nutzungsrechte von Wäldern und Flüssen. 1586 wurde Amble von dem Richter Bernt Guttormsønn und seiner Frau Euphemia Andersdatter erworben. Ihre Nachfahren waren bis etwa 1650 in der Sägewerksindustrie tätig. 1690 kauften Richter Gert Heiberg und seine Frau Sophie Christensdatter einen Teil von Amble und erbauten das Haupthaus, welches noch heute steht und seine Funktion erhalten hat. Ihre Tochter Mette Marie Heiberg und ihr Mann Melchior Falck erwarben noch zwei weitere Gehöfte. Gemeinsam bilden diese das heutige Amble. Amble ist seit 1690 im Familienbesitz. Der Betrieb war allseitig, wobei immer die Forstwirtschaft und Sägewerksindustrie zentral standen. Um 1650 wurden mehrere Häuslereien errichtet. Diese waren kleine Gehöfte, wo die Miete darin bestand im Betrieb des Hauptgutes mittätig zu sein. Um 1950 wurden mehrer der Häuslereien in Form von 8 Bauernhöfen und mehren Baugrundstücken verkauft, 3 der Häuslereien wurden gleichzeitig im Hauptgut integriert. Ab 1944 bekam Amble Elektrizität. Bis zu diesem Zeitpunkt wurde das Sägewerk mit Wasserkraft angetrieben. 1950 wurde das Sägewerk zu einem elektrifizierten Kreissägewerk umgebaut. Ab rund 1980 wurde es nur noch für internen Bedarf am Gut benutzt bis es schließlich im Jahre 2000 ganz niedergelegt wurde. 1938 begann der Ausbau der Waldwege, welche heute etwa 40 km ausmachen. Der Betrieb des inneren Gutes war immer eine Kombination von Ackerbau, Nutztierhaltung, Obstanbau und Gärtnereien. Seit 1995 leihen wir auch Gästehäuser aus. Wir können heute 7 Häuser mit zusammen 53 Betten anbieten.

Die Museen

Hans Knagenhjelm Heiberg (1832-1897) übernahm 1850 Amble und pflanzte im gleichen Jahr drei Buchen zum Gedenken an Parlamentspräsident Wilhelm Christie (1778-1849), welcher 1825 Bergen Museum stiftete. Im Jahre 1862 stiftete Hans Heiberg  „Das Heibergische Museum“ (Det Heibergske Museum), wobei die Sammlung aus Familienporträts und „Erinnerungsstücken“ der Vorfahren bestand. Er sammelte Altertümer, die auf dem Gut gefunden wurden, aber auch Mineralien, Vogeleier, Siegel und eine Reihe andrer Dinge. Er hatte auch eine große Büchersammlung. Die Sammlungen wurden im Haupthaus, in der ”Gallerie”, dunklen Korridoren und Buden untergebracht. Hans Heiberg führte genaue Protokolle und Kartothek über die Sammlungen. Sein Sohn Gert Falch Heiberg (1871-1944) übernahm das Gut 1897. Er führte die Museumsarbeit weiter und erweiterte das Interessengebiet auf lokale Kulturgeschichte. Er begann größere Werkzeuge, Gebrauchsgegenstände aus dem Ackerbau, Boote und auch Häuser aus dem Bezirk auf dem Gut zu sammeln. 1905 ließ er das große Museumsgebäude errichten, welches noch heute steht. 1909 überschrieb er die gesamte Sammlung an eine lokalhistorische  Interessengemeinschaft (”Historielaget for Sogn”), wo er selbst einer Stiftungsgründer war. Das Museum bekam den Namen „De Heibergske Samlinger – Sogn Folkemuseum”. 1984 wurden der Hauptteil der Sammlung, inklusive de gesammelten Häuser an eine besser zugängliche Lage verlegt und neu aufgebaut. Das alte Museumsgebäude von 1905, welches noch heute auf dem Gut steht, haust die Sammlung von Hans Knagenhjelm Heiberg.

De Heibergske Samlinger – Sogn Folkemuseum

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